Chronik von Neuses am Berg
 

 

1417

 

Gründung der Vikarie „St. Nicolai" durch Johannes v. Stein aus Neuses, Pfarrer Schickbold aus Prosselsheim und Neuseser Gemeindemitglieder. In dieser Zeit könnte die Kirche gebaut worden sein. Der Name „v. Stein" könnte auf die Existenz eines Schlosses hindeuten -doch das ist reine Vermutung.

 

2001 wurden im Rahmen der Restaurierung des Anwesens „Dorfstraße 24" auch archivalische Nachforschungen angestellt;

sie ergaben, dass das vorhandene Barockgebäude auf einem wesentlich älteren Baubestand errichtet wurde und herrschaftliche Formen aufwies. Vielleicht ist dieses Gebäude einstmals ein Schloss gewesen.

 

 

 

Anfang 16.Jh.

 

„Condominatsort": 32 ansbachische, 26 würzburgische Untertanen - unter diesen beiden Gruppen 11 „Halbmänner" - 10 Münsterschwarzach, 5 Crailsheim = insgesamt 73 Bürger; x 4,5-5 = ca. 330 bis 360 Einwohner.

 

Verwaltung und Gerichtsbarkeit sind geteilt: Die „Hohe Gerichtsbarkeit" lag in Ansbach bzw. Kitzingen, die „Niedere Gerichtsbarkeit" bei den beiden Schultheißen im Ort.

 

Der Ort war von einem „Dorfhag" umgeben, einer Zaunhecke mit Wassergraben, und besaß zwei Tore - das „Untere Tor" und

das „Obertor".

 

 

 

Um 1520

 

Der Ansbacher Markgraf Georg, mächtigster Dorfherr, übernimmt die  Schutzherrschaft über die Pfarrei und führt sie zum protestantischen Glauben.

 

 

 

1574

 

Bau des Fachwerkrathauses im Stil der fränkischen Renaissance

 

 

 

1584

 

Trotz der verschiedenen Herrschaften wird für den Ort eine ausführliche Dorfordnung erstellt, die das Leben und Arbeiten in

Neuses festelegt.

 

 

 

1585

 

Julius Echter betreibt von Würzburg aus die Gegenreformation. Er lässt Prediger durchs Land ziehen, um die „Abtrünnigen"

zur „wahren Lehre" zurückzuholen. Er verlangt auch die Rückkehr seiner Neuseser Untertanen zum alten Glauben.

 

 

 

1589

 

Die Gemeinde schließt einen Vertrag mit dem Markgrafen Georg Friedrich v. Ansbach und überstellt Kirche, Pfarrei und Schule

in seine Obhut.

 

 

 

1621 ff.

 

1621 wird Georg Ludwig Codomann Pfarrer in Neuses. Es kommt zu mehrfachen  Auseinandersetzungen, als Wallfahrer von außerhalb beim Wallgang durchs Dorf nach Dettelbach behindert werden.

 

Als Codomann 1628 einem im Ort lebenden katholischen Edelmann in seinen  Krankheitsnöten seelsorgerische Hilfe angedeihen lässt, kommt es zum Eklat: Der Amtskeller von Dettelbach erscheint mit 200 Soldaten vor dem Dorf,

 

besetzt die Kirche, lässt einen katholischen Gottesdienst feiern und vertreibt Codomann.

 

Längere Zeit sind die evangelischen Neuseser ohne Kirche, Schule und Friedhof.

 

 

 

1650

 

Im „Deputationsschluss" von 1650 kommt es zu einer Einigung. Zwar dürfen die Evangelischen wieder Kirche und Friedhof

nutzen und eine eigene Schule unterhalten, doch Würzburg beansprucht die Dorfhoheit und behindert die Einsetzung

evangelischer Pfarrer. Die Kirche muss hinfort als „Simultaneum" genutzt werden, was immer wieder zu Reibereien führt.

 

 

 

1651

 

Neuses und Schernau werden zu einer gemeinsamen Pfarrei vereinigt. Da der evangelische Pfarrer nun auch in Schernau Gottesdienst halten muss, kommt es in seiner Abwesenheit zu Übergriffen. (Zitat)

 

 

 

Um 1650

 

Die evangelischen Christen strengen beim Reichskammergericht Wetzlar einen Prozess an, um ihre Rechte zu sichern und

den Druck des Würzburger Bischofs zu mildern. Der Prozess zieht sich über 130 Jahre hin.

 

 

 

1783

 

Am 2. September wird folgende Einigung vereinbart:

 

Die Evangelischen erhalten den alleinigen Besitz der Kirche und der Schule, des Turmes, der Glocken, der Uhr und der Gotteshausgüter. Weil Kirchturm und Schulhaus schadhaft waren, müssen erhebliche Investitionen getätigt werden.

 

Die Katholiken erhalten die vorhandenen Gotteshauskapitalien (2.100 Gulden), die vorhandenen Weine und den Weinkeller, außerdem das Recht, auf einem Grundstück ihrer Wahl im Dorf eine eigene Kirche und ein eigenes Schulhaus zu bauen.

 

 

 

1784

 

Die Katholiken errichten ihr neues Gotteshaus nach den Plänen von Adam Valentin Fischer. In unmittelbarer Nähe entsteht das neue Schulhaus für die katholischen Kinder. Die Kirche erhält den Namen „St. Nikolaus".

 

 

 

1785 bis 1786

 

Die Evangelischen errichten einen neuen Kirchturm. Im Inneren der Kirche wird der Altarraum umgestaltet. 1805 kommt eine

neue Kanzel dazu. Die Kirche erhält den Namen „St. Nicolai".

An die Kirche wird 1786 eine neue Schule angebaut. Der Chronist berichtet, dass die Schulkinder zur Einweihung „Semmeln

und Wein (!)" spendiert bekommen ...

 

 

 

1821

 

Die Pfarreien Neuses und Schernau werden wieder getrennt.

 

 

 

1879

 

Bau eines neuen evangelischen Schulhauses am Ortsausgang nach Dettelbach.

 

 

 

1914

 

Bau eines neuen katholischen Schulhaus am Ortsausgang nach Köhler.

 

 

 

1961

 

Die evangelischen Christen von Dettelbach, bislang zu Mainstockheim gehörig, werden nun der Pfarrei Neuses zugeordnet.

 

 

 

1969

 

Mit der Gründung der Verbandsschule Dettelbach werden die beiden einklassigen „Christlichen Bekenntnisschulen" aufgelöst.

 

 

 

1974 bis 1978

 

Restaurierung der katholischen Kirche innen und außen.

 

 

 

2003 und 2007

 

Restaurierung der evangelischen Kirche innen und außen.

 

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